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Entstehungsgeschichte der Rasse
Etwa in der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg benötigten die Schäfer kleinere, schnelle Hütehunde, die Schafe am Betreten der sich immer mehr ausbreitenden Kulturflächen hinderten. Die vorher benutzten “Schäferrüden” waren grosse, gefährliche Schutzhunde, aber keine Hütehunde. Sie wurden seit der Ausrottung der Wölfe auch kaum mehr gebraucht. Aus den auf den Bauernhöfen als Wachhunde gehaltenen Tieren suchten sich die Schäfer diejenigen Hunde zur Zucht aus, die besonders dressurfähig, ausdauernd und wetterfest waren.
Etwa gegen Ende des 18. Jahrhunderts entstanden so gleichzeitig in Europa im Typ ähnliche Schäferhunde, darunter auch der Deutsche Schäferhund. Zur Zeit des Rittmeisters von Stephanitz, des Gründers des Vereins für Deutsche Schäferhunde, wurde ader Deutsche Schäferhund aus dem alten zott- oder langhaarigen Typ des anfänglichen Schäferhundes herausgezüchtet. Zotthaarige Nachkommen gibt es beim heutigen Deutschen Schäferhund kaum noch, dagegen wird der Langhaarfaktor unbemerkt über Generationen weitervererbt. Mit einer geschätzten Häufigkeit von vier bis acht Prozent kommen immer wieder mehr oder weniger langhaarige Welpen zur Welt.
Der Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) bewertet das lange Haar als Zucht ausschließenden Fehler. Obwohl diese Welpen einen Abstammungsnachweis bekommen, darf mit ihnen nicht gezüchtet werden.
Seit einigen Jahren gibt es immer mehr Liebhaber, die sich nicht damit abfinden wollen, daß der langhaarige Deutsche Schäferhund nur ein Zufallsprodukt ist. So wurde 1984 der LSVD (Langhaar - Schäferhund Verband Deutschland e.V.) gegründet, 1991 der ASVD (Altdeutscher Schäferhund Verband Deutschland e.V.) 1993 der ASC (Altdeutscher Schäferhund Club e.V) und in der Folgezeit einige kleinere Vereine. Anliegen dieser Verbände ist die reinerbige Züchtung und der Erhalt des langhaarigen Deutschen Schäferhundes. Ein Antrag des LSVD im Jahre 1991, den Langhaar als eigenständige Rasse anzuerkennen, wurde vom Verband für das deutsche Hundewesen (VDH) abschlägig beschieden. Die Begründung lautete, der LSVD hat > die Züchtung einer Rasse zu Ziel, die nicht dem geltenden Standard entspricht < Eine Anerkennung als eigenständige Rasse hätte den Langhaar nicht besser oder wertvoller gemacht, denn er hat die gleichen angeborenen rassespezifischen Erkrankungen wie der stockhaarige Deutsche Schäferhund. Einzig sein langes Haarkleid entspricht nicht einem willkürlich fest gesetzten Standard. Und die Aufnahme in den VDH hätte die Züchter auch nicht aus der Pflicht genommen, verantwortungsvoll gesunde Hunde zu züchten.
Der Verhaltensforscher Eberhard Trumler stand den Bestrebungen des LSVD, den guten alten Altdeutschen reinerbig zu züchten, positiv gegenüber. Er ist Ehrenmitglied des LSVD. Im Interesse dieses Ziels wäre allerdings der Zusammenschluß der vielen kleinen Zuchtvereine zu einem großen Zuchtverband sehr nützlich, um die unterschiedlichen Zuchtbestimmungen zu vereinheitlichen.
© Horst Hegewald-Kawich
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